Bekämpfung

Wie man den Riesen-Bärenklau erfolgreich bekämpfen kann, aber auch, welche Maßnahmen weniger geeignet sind, erfahren Sie hier.


Schutzmaßnahmen:
Der Riesen-Bärenklau besitzt phototoxische Eigenschaften. Da die Pflanzensäfte  in Verbindung mit UV-Einstrahlung (Sonnenlicht) ihre gesundheitsschädliche Wirkung entfalten, sollten bei einer Bekämpfungsaktion die Arbeiten an einem regnerischen oder bedeckten Tag, möglichst abends durchgeführt werden. Haut und Augen sind gut zu schützen, besonders gegen Spritzer. Schutzkleider und Schutzmasken haben sich hier bewährt. Zusätzlich kann man die Haut mit einer Hautschutzcreme oder einer Sonnen- schutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor einreiben. Sollte trotzdem ein Hautkontakt mit der Pflanze stattgefunden haben, muss die betroffene Stelle sofort mit Wasser und Seife gründlich abgespült werden. Nach Arbeitsende sich selbst sowie die Werkzeuge und Kleider waschen.

Die Bekämpfung des Riesen-Bärenklau ist aufgrund seiner starken Regenerationskraft und seines großen Samenvorrates eine schwierige und langwierige Angelegenheit, die einen hohen Arbeitseinsatz und viel Disziplin erfordert. Bei regelmäßiger Mahd schlägt die Pflanze, solange sie noch nicht zur Blüte gekommen ist, über Jahre immer wieder neu aus. Und im Boden vorhandene Samen sind bis zu 7 Jahren keimfähig. So hartnäckig wie sich der Riesen-Bärenklau ausgebreitet hat, so hartnäckig widersetzt er sich den Versuchen, in wieder aus der Natur zu vertreiben. Neben chemischer Bekämpfung, mechanische Beschädigungen der Wurzel durch Tritt (Beweidung, mind. 10 Schafe/ha) und/oder Fräsen werden folgende Maßnahmen empfohlen:

1. Abstechen des Vegetationskegels im Frühjahr (März/April) oder Herbst (September). Dabei wird die Wachstumszone mit einem schräg geführten , ca. 15 cm tiefen Spatenstich oder mit einem gezielten Schlag mit einer breiten Hacke von der Wurzel getrennt. (siehe Zeichnung Wurzelstock) Weder die verbleibende Wurzel noch der abgetrennte Vegetationskegel sind danach in der Lage, erneut auszutreiben. Die Trennung muss jedoch vollständig erfolgen. Nur ein Zerkacken des Vegetationskegels bringt in der Regel keinen Erfolg. Da die Blätter noch klein oder bereits verwelkt sind, ist das Verbrennungsrisiko gering.

2. Abmähen zu Beginn der Blüte und Nachmahd bei erneutem Blütenansatz, was bis zu 4 (6-8) mal im Jahr erforderlich sein kann. Ist über mehrere Jahre zu wiederholen, bis kein Austrieb mehr erfolgt. Langwierig und sehr arbeitsintensiv!

3. Selektive Entfernung und Entsorgung der Fruchtstände zwischen Blüte und Fruchtansatz.  Sobald die Fruchtreife einsetzt, beginnt der Riesen-Bärenklau abzusterben. Deshalb kann man den Fortpflanzungszyklus des Riesen-Bärenklau durch Verhindern der Samenbildung effektiv unterbrechen, indem man den blühenden Spross, nachdem die Hauptdolde verblüht ist, entfernt, oder die gesamte Pflanze zur Blütezeit mäht. Dabei ist es jedoch wichtig, genau auf den geeigneten Zeitpunkt zu achten, da nicht alle Pflanzen und alle Dolden einer Pflanze genau zur gleichen Zeit blühen. Wird die Pflanze zu früh gemäht, kann sie nochmals mit einer Blütenbildung beginnen. Dies kann man verhindern, indem man auch den Vegetationskegel, wie unter 1 beschrieben, entfernt. Wird die Pflanze gemäht, nachdem die Samenbildung bereits begonnen hat, können unreife Samen abfallen und nachreifen. Die abgemähten Blütenstände müssen entfernt, am besten verbrannt werden. Die Blüten- bzw. Fruchtstände dürfen nicht in die Biotonne gegeben werden! Auch die in Lützelbach leider übliche Entsorgung am nächstgelegenen Waldrand oder Graben sollte unterbleiben. Eine Entsorgung über die Restmülltonne ist möglich, da der Abfall in Darmstadt verbrannt wird. Keinesfalls dürfen sie am Ort verbleiben oder auf einen Komposthaufen gebracht werden, da sie nachreifen und sich erneut keimfähige Samen entwickeln können. Die ausgereiften Samen könnten dann durch Wasser, Wind und Tiere über größere Flächen verbreitet werden.

4. Fräsen. Bei großen Beständen kann man auf geeignetem Gelände (am besten im Herbst) mindestens 12 cm tief fräsen. Vorher sollten die Pflanzen gemäht und abtransportiert werden. Im folgenden Frühjahr kontrollieren. Gegebenenfalls sind mehrere Nachkontrollen/-arbeiten erforderlich.

Vorbeugende Maßnahmen und Nachbehandlung: Der Standort, an dem der Riesen-Bärenklau bekämpft wurde, muss immer wieder auf neu auftretende Pflanzen kontrolliert werden. Unabhängig von der Bekämpfungsmethode muss ca. 3 Wochen danach eine Nachbehandlung -ggf. mehrmals in 3-wöchigem Abstand- erfolgen. Neuaustriebe und Keimlinge sind zu bekämpfen, bevor eine erste Samenbildung erfolgen kann. Sollte auch nur eine einzige Pflanze zur Versamung gelangen, muss u.U. die ganze Bekämpfungsaktion wieder von vorne beginnen.

Erfahrungen an anderen Orten und eigene Beobachtungen in Lützelbach zeigen, dass sich der Riesen-Bärenklau, nachdem er bereits kleinere Bestände gebildet hat, schnell und flächendeckend ausbreiten kann, wenn keine geeigneten Maßnahmen ergriffen werden. Je länger man eine Bekämpfungsaktion hinauszögert, um so arbeitsintensiver und somit teuerer werden die erforderlichen Maßnahmen dann sein.
 

 

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